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Wednesday, September 29. 2010
Der am 28. 9. 2010 von der Europäischen Kommission vorgelegte Finanzbericht 2009 zeigt, dass 97 % aller zugewiesenen Mittel (2008: 98 %) ausgegeben wurden. Insgesamt beliefen sich die Ausgaben auf über 112 Mrd. Euro. Der Großteil dieser Mittel wurde für Maßnahmen zur Förderung des Wirtschaftswachstums, der Beschäftigung, der Forschung und Entwicklung (44 Mrd. Euro) und der Landwirtschaft (ca. 40 Mrd. Euro) aufgewendet, über 10 Mrd. Euro flossen in die Entwicklungshilfe, und die Verwaltungsausgaben betrugen 7,4 Mrd. Euro. Der EU-Haushalt wird zu fast 70 % aus Beiträgen der Mitgliedstaaten finanziert, die sich nach dem jeweiligen Bruttonationaleinkommen richten. Die Mehrwertsteuereinnahmen sind seit Jahren rückläufig und machten im Jahr 2009 nur noch weniger als 11 % aus. Der Anteil der traditionellen Eigenmittel (hauptsächlich Zölle) lag bei knapp über 12 %. Der Vorjahresüberschuss und die sonstigen Einnahmen machen 7,5 % aus.
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Friday, September 24. 2010
Die Mehrwertsteuer-Ermäßigungen für zahlreiche Produkte sollen nach einem Gutachten für die deutsche Bundesregierung gestrichen werden. Der reduzierte Steuersatz sei nur noch bei Lebensmitteln angebracht, heißt es nach Angaben des deutschen Finanzministeriums in der wissenschaftlichen Expertise. Für alle anderen Bereiche bestehen demnach "keine hinreichenden Gründe", die bestehenden Ermäßigungen fortzuführen oder neue zu schaffen. Damit wandten sich die Gutachter auch indirekt gegen die zu Jahresbeginn eingeführte Ermäßigung des Mehrwertsteuersatzes auf Beherbergungsleistungen. Grundsätzlich beträgt der Mehrwertsteuersatz in Deutschland 19 Prozent. Für bestimmte Produktgruppen wie Lebensmittel oder Bücher und Zeitschriften wurde aus sozialen Gründen aber ein Satz von sieben Prozent festgelegt. Inzwischen gilt dieser ermäßigte Satz für rund 50 Produktgruppen, die Einteilung wird aber als vielfach willkürlich und widersprüchlich kritisiert.
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Tuesday, September 21. 2010
Die deutsche Bundesregierung hat die Einführung einer Luftverkehrsabgabe beschlossen. Nach dem Regierungsentwurf zum Haushaltsbegleitgesetz 2011 fallen alle nach dem 1. 9. 2010 abgeschlossenen Verträge mit einem Abflugdatum nach dem 31. 12. 2010 unter die Besteuerung. Ab dem 1.1. 2011 wird demnach auf sämtliche Flüge, die in Deutschland starten, die Luftverkehrsteuer erhoben. Die konkrete Steuerhöhe hängt dabei von der Entfernung des endgültigen Reiseziels ab. Bei Flügen bis zu 2.500 Kilometern wird pro Fluggast eine Steuer in Höhe von 8 € fällig, bei Flügen bis zu 6.000 Kilometern in Höhe von 25 € und bei darüber hinausgehenden Flügen in Höhe von 45 €. Grundsätzlich wird die Steuer auf alle Abflüge gewerblicher Luftfahrtunternehmen erhoben. Ausnahmen gibt es jedoch für Fluggäste, die das zweite Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Auch Flüge zu rein hoheitlichen, militärischen oder medizinischen Zwecken sind von der Besteuerung ausgenommen. Gleiches soll teilweise für den Nahflugverkehr mit Inseln ohne Festlandanschluss gelten, sofern es sich bei den Fluggästen um Inselbewohner handelt. Als Steuerschuldner für die Luftverkehrsteuer sieht der Regierungsentwurf zum Haushaltsbegleitgesetz 2011 die einzelnen Fluggesellschaften bzw. Luftfahrtunternehmen vor.
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Thursday, September 16. 2010
Der Schutz der Vertraulichkeit der Kommunikation zwischen einem Rechtsanwalt und seinem Mandanten hängt vom gleichzeitigen Vorliegen zweier Voraussetzungen ab: Zum einen muss der Schriftwechsel mit dem Rechtsanwalt mit der Ausübung des „Rechts des Mandanten auf Verteidigung“ in Zusammenhang stehen, und zum anderen muss es sich um einen Schriftwechsel handeln, der von „unabhängigen Rechtsanwälten“ ausgeht, d. h. von „Anwälten, die nicht durch einen Dienstvertrag an den Mandanten gebunden sind“. Ein Syndikusanwalt genießt trotz seiner Zulassung als Rechtsanwalt und der standesrechtlichen Bindungen nicht denselben Grad an Unabhängigkeit von seinem Arbeitgeber wie der in einer externen Kanzlei tätige Anwalt. Der Syndikusanwalt befindet sich in der Situation eines abhängig Beschäftigten, die es nicht zulässt, vom jeweiligen Arbeitgeber verfolgte Geschäftsstrategien außer Acht zu lassen, und dadurch das Handeln in beruflicher Unabhängigkeit in Frage stellt ( EuGH 14. 9. 2010, Rs. C-550/07 P, Akzo Nobel Chemicals und Akcros Chemicals/Kommission).
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Tuesday, September 14. 2010
Der Schweizer Bundesrat hat Anfang September die Verordnung über die Amtshilfe nach Doppelbesteuerungsabkommen (ADV) verabschiedet: Die ADV regelt die Voraussetzungen für die Gewährung der Amtshilfe und deren Vollzug. Reicht ein Land aufgrund des mit der Schweiz abgeschlossenen DBA ein Amtshilfegesuch ein, so führt die Eidgenössische Steuerverwaltung eine Vorprüfung durch. Voraussetzung für ein Eintreten ist, dass das Gesuch dem Grundsatz von Treu und Glauben entspricht: Amtshilfegesuche werden abgewiesen, wenn sie auf Informationen beruhen, welche durch Handlungen beschafft oder weitergeleitet wurden, die nach schweizerischem Recht strafbar sind. Weitere zentrale Voraussetzungen sind detaillierte Angaben zur zweifelsfreien Identifikation der betroffenen Person und des Informationsinhabers. Damit leistet die Schweiz bei „fishing expeditions“ keine Amtshilfe. Die Verfahrensrechte der Betroffenen bleiben in jedem Fall vollumfänglich gewahrt. Die ADV kommt zur Anwendung bei allen Amtshilfegesuchen im Rahmen von neuen oder revidierten DBA, die nach dem Erlass der Verordnung in Kraft treten. Für bestehende DBA, bei denen seit dem Erlass der Verordnung keine Revision in Kraft getreten ist, gelten die bestehenden Verfahrensvorschriften. Die ADV tritt am 1. 10. 2010 Kraft. Sie soll möglichst rasch durch ein Amtshilfegesetz abgelöst werden, das derzeit erarbeitet wird.
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Thursday, September 9. 2010
Im Rahmen eines Konsolidierungspakets für die öffentlichen Finanzen hat die slowakische Regierung u. a. eine vorübergehende Erhöhung des Mehrwertsteuersatzes von 19 auf 20 Prozent beschlossen. Zudem entfällt der ermäßigte Steuersatz von 6 Prozent auf den Ab-Hof-Verkauf landwirtschaftlicher Produkte. Diese Maßnahmen sollen dem Fiskus rund 190 Mio. Euro Mehreinnahmen bescheren. Die Erhöhung soll rückgängig gemacht werden, wenn das Haushaltsdefizit, das sich nach einer aktuellen Schätzung des slowakischen Finanzministeriums derzeit bei 7,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) bewegt, wieder unter 3 Prozent des BIP liegt.
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Tuesday, September 7. 2010
Bei Aufwendungen, die sowohl betrieblich bzw. beruflich als auch privat veranlasst sind, ist die Frage der Abzugsfähigkeit an sich als auch die des Umfangs der steuerlichen Berücksichtigungsmöglichkeit zwischen Steuerpflichtigem und Finanzverwaltung oft strittig. Der deutsche Bundesfinanzhof hat sich mit dieser Frage in einem vieldiskutierten Beschluss (Beschluss des Großen Senats vom 21. 9. 2009, GrS 1/06) jüngst intensiv auseinandergesetzt. Darauf basierend hat das deutsche Finanzministerium nun seine diesbezügliche Rechtsansicht kundgetan (BMF-Schreiben vom 6. 7. 2010, IV C 3 - S 2227/07/100003:002). Mehr dazu in einem Beitrag von Mag. Bernhard Renner in der September-Ausgabe der SWI.
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Friday, September 3. 2010
Der vorgelegte Entwurf eines Haushaltsbegleitgesetzes 2011 setzt zentrale Elemente des Konsolidierungspakets der deutschen Bundesregierung für die Jahre 2011 bis 2014 um. Die in ihm enthaltenen Maßnahmen erreichen ein Entlastungsvolumen zugunsten des Bundeshaushalts von insgesamt rund 20 Mrd. Euro; weitere Einsparungen werden im normalen Haushaltsverfahren umgesetzt. Ziel bleibt ein wachstumsfreundlicher, gerechter und ausgewogener Sparkurs. Vorgesehen ist unter anderem eine Luftverkehrsteuer, die klimapolitische Akzente setzt. Ausnahmen bei der Stromsteuer und im Energiesteuergesetz für das produzierende Gewerbe werden verringert. Im Insolvenzverfahren werden die öffentliche Hand und die Sozialkassen gestärkt. Einschnitte erfolgen auch im Sozialbudget. Etwa ein Drittel der Einsparungen betrifft die Wirtschaft. So wird auch die Finanzbranche an den Kosten der Finanzmarktkrise beteiligt. Der Sozialbereich trägt ebenfalls etwa ein Drittel der Einsparungen, obwohl er mehr als die Hälfte des Bundeshaushalts ausmacht. Zum letzten Drittel tragen unter anderem Einsparungen beim öffentlichen Dienst und im Verteidigungshaushalt bei.
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