Wie die OeNB mitteilt, sind in Österreich im zweiten Quartal 2010 trotz des unveränderten EZB-Leitzinssatzes und steigender Zwischenbankzinssätze bei neu vereinbarten Kreditzinssätzen mit privaten Haushalten weitere Reduktionen zu beobachten. Die Zinssätze für Konsum- bzw. Wohnbaukredite verringerten sich um 0,21 % auf 4,53 % bzw. um 0,12 % auf 2,67 % und blieben deutlich unter den Euroraumdurchschnitten (6,38 % bzw. 3,30 %). Letzteres galt auch für die Neugeschäftskonditionen für Unternehmen, die sich gegenüber dem Vorquartal allerdings kaum veränderten (2,38 % bei Volumina bis 1 Mio. Euro bzw. 1,79 % bei Volumina über 1 Mio. Euro gegenüber 3,37 % bzw. 2,26 % im Euroraum). Die Rückgänge in Österreich betrafen freilich auch die Einlagenzinssätze, die ebenfalls unter den Euroraumdurchschnitten lagen (bei Bindungsfristen von einem bis zu zwei Jahren: Rückgang um 0,31 % auf 1,38 % bzw. bei Fristen von über zwei Jahren um 0,20 % auf 1,98 % gegenüber 2,10 % bzw. 2,48 % im Euroraum). Sehr groß ist mittlerweile die Zinsdifferenz gegenüber dem Euroraum im kurzfristigen Bereich. Bei einer Bindungsfrist von bis zu einem Jahr lag der Durchschnittszinssatz in Österreich knapp unter 1 %. Der entsprechende Wert für den Euroraumdurchschnitt, der sich allerdings aus besonders breitgestreuten Einzelländerzinssätzen zusammensetzt, war mit 2,15 % mehr als doppelt so hoch.