Die Europäische Kommission hat am 19. 8. 2010 die Maßnahmen bewertet, die Griechenland nach dem Ratsbeschluss vom 10. 5. 2010 zum Abbau seines übermäßigen Defizits getroffen hat: Mit einem unerwartet schnellen Rückgang des Defizits um rund 46 % hat sich der Staatshaushalt in der ersten Jahreshälfte 2010 positiv entwickelt. Die gesamtstaatlichen Kassenausgaben wurden gegenüber der ersten Jahreshälfte 2009 um 16,9 % verringert, was auf Kürzungen bei den Primärausgaben (einschließlich der Löhne und Gehälter im öffentlichen Dienst), aber auch auf rückläufige Investitionen zurückzuführen ist. Dennoch ist das Haushaltsziel mit einer Reihe von Risiken (u. a. deutlich geringere Gesamteinnahmen als veranschlagt, Akkumulierung von Zahlungsrückständen, bislang unterplanmäßiges Abschneiden von Gemeinden und Sozialversicherung, Nachholeffekte bei den Ausgaben in der zweiten Jahreshälfte) behaftet. Bei der Reform des Rentensystems und der öffentlichen Verwaltung sind die Fortschritte hingegen den Planungen voraus. Als weitere Fortschritte sind die Erarbeitung des neuen Haushaltsgesetzes, Maßnahmen zur Bekämpfung der Steuerhinterziehung, der Beamtenzensus und weitere Schritte zur Schaffung einer zentralen Zahlstelle für die Löhne und Gehälter im öffentlichen Sektor zu nennen. Die Kommission geht nach dieser insgesamt positiven Bewertung davon aus, dass die Euroraum-Mitgliedstaaten nach dem ECOFIN-Rat am 7. September die nächste Darlehenstranche genehmigen und auszahlen werden.